Nur die Harten…

###11:04#RTW+NEF#Weitwegstedt#AnDerGrünenWiese5#ACS###

“Naja, also so seit drei Tagen.” antwortet mir Herr Bauer auf die Frage, seit wann er die Brustschmerzen denn jetzt genau hat. “Ich hab ja gedacht das geht noch wieder weg, aber heute morgen wars so schlimm, das ich erstmal zum Arzt gefahren bin und der hat gesagt ich muss ins Krankenhaus wegen der Pumpe.”
“Da hat er nicht ganz unrecht, fürchte ich.” entgegne ich mit einem Blick auf das ausgedruckte EKG aus der Praxis, das man so auch im Psychrembel unter dem Stichwort “Myokardinfakrt, akuter, der Vorderwand” finden könnte. Selten haben sich ST-Trecken so formschön gehoben.

“Und beim Fahrradfahren war mir auch ganz übel. Ich musste fast brechen, als ich in der Praxis von Doktor Hasenherz angekommen bin.” setzt Herr Bauer nach.
“Übelkeit und Erbrechen sind auch klassische Symptome bei einem Herzinfarkt, Herr Bauer…” sage ich zu ihm und fahre, halb an ihn halb an die RTWisten die schon mit Aspisol und Heparin-Ampullen wedeln, gewand fort “….sie bekommen gleich ein paar Medikamente von uns und dann bringen wir sie…”
Kurze Unterbrechung im Gedankenfluss. Kommt öfter vor.
“Fahrrad? Doktor Hasenherz? Wo hat der nochmal seine Praxis?”
“In Nebendorf. So acht, neun Kilometer von hier.”
“Und da sind sie mit dem Fahrrad hin, haben einen Herzinfarkt diagnostiziert bekommen, mit dem Rad wieder zurück, haben in aller Ruhe ihre Tasche gepackt und DANN die 112 gewählt?” frage ich mit grossen Augen.
“Ja, klar. Der Hasenherz hat einen furchtbaren Aufriss gemacht. Wollte gleich einen Krankenwagen rufen. Ich wär auch noch mit dem Rad in die Klinik gekommen, aber das war mir dann doch zu weit ausserdem hab ich so geschwitzt…” antwortet Herr Bauer etwas kleinlaut.
Wenigstens das.
“Sagen sie mal, können wir eigentlich langsam los? Und muss das mit dem EKG die ganze Zeit sein, sie haben doch das vom Hasenherz?” will er, jetzt wieder etwas forscher, von mir wissen.
Während ich ihn leitliniengerecht mit Medikamenten vollpumpe und die Kollegen den Transport vorbereiten erkläre ich ihm kurz, daß es ihm wahrscheinlich nicht geschadet hätte, wenn er auf seinen Hausarzt gehört hätte und das ich seine kleine Fahrradtour für mit das lebensgefährlichste halte, das er in seinem Leben je gemacht hat.
Aber wer weiß, vielleicht schadet ordentlicher Fluss auf einer nahezu verschlossenen Koronarartiere ja auch nicht sonder bläst das Rohr wieder frei…
Meine pathophysiologischen Gedankenexkurse werden von Bildern überlagert, wie wir Herrn Bauer blitzeblau im Kammerflimmern auf einem Feldweg finden und erfolglos reanimieren.
Davon erzähle ich ihm aber nichts.
Auf dem Transport ins Herzkatheterlabor fängt das Morphin an zu wirken und Herr Bauer wird ein wenig müde.
Die Kollegen im Katheterlabor schauen betreten, als ich ihnen Herrn Bauer übergebe und dabei seine Anamnese vortrage.
Nach etwa anderthalb Stunden treffe ich Herrn Bauer ein zweites Mal: Ich darf ihn von der Inneren-Intensiv zum Notfall-Bypass ins Herzzentrum der Universitätsklinik verlegen.
“Das wär mir so oder so mit dem Fahrrad etwas zu weit gewesen.” erklärt er mir kleinlaut.
Ich ziehe noch etwas Morphin auf.
Er hat es sich redlich verdient.

Quelle: Gas-Wasser-Drogen

Entwarnung! Vermeintliche Demonstranten vor US-Botschaften wollten nur neues iPhone 5

Kairo, Bengasi, Sanaa (dpo) – Was für eine Erleichterung! Die heftigen Krawalle in zahlreichen Metropolen des Nahen Ostens waren wohl doch keine Proteste gegen ein dubioses Video aus den USA, in dem der Prophet Mohammed als Mörder und Kinderschänder verunglimpft wird. Tatsächlich sind die vermeintlichen Demonstranten nur deshalb vor die US-Botschaften gezogen, weil sie hofften, dort am ehesten das neue iPhone 5 ergattern zu können.

Recherchen unseres Nahostkorrespondenten bestätigen, dass es sich bei den Ausschreitungen lediglich um ein großes Missverständnis handelt: Nachdem Apple das neue iPhone 5 der Weltöffentlichkeit präsentiert hatte, seien gestern tausende Technikenthusiasten vor die amerikanischen Botschaften gezogen und hätten dort skandiert: „Wir wollen ein iPhone 5, denn es ist ‚das Größte, was dem iPhone passieren konnte‘! Kann man es bei euch vorbestellen oder geht das nur online oder in lizenzierten Apple-Stores?“ Auch die Worte „iPhonehu akbar!“ seien immer wieder gefallen.

Er wollte nur ein iPhone und bekam stattdessen
Tränengas: Einer der zahlreichen Verletzten

Dies habe in den eher kehligen Landessprachen jedoch so bedrohlich gewirkt, dass die jeweiligen Botschaften Sicherheitskräfte angefordert hätten. Als begeisterte iPhone-Fans vielerorts versuchten, sich Zutritt zu den Botschaftsgebäuden zu verschaffen, eskalierte die Lage. Im Eifer des Gefechts fingen sogar einige der mitgebrachten amerikanischen Flaggen Feuer, mit denen die arabischen Techfreaks eigentlich dem Mutterland von Apple huldigen wollten.
Auch heute nach dem Freitagsgebet werden wieder zahlreiche Apple-Fans vor den Botschaften erwartet. Darauf angesprochen, ob die Ausschreitungen wirklich in keiner Verbindung mit dem provokanten Mohammed-Video standen, fragten zahlreiche „Demonstranten“ empört: „Was für ein Mohammed-Video? Es gibt ein Mohammed-Video?“ Andere erklärten, sie würden gleich mit ihren alten iPhones (4S) danach googeln. Sollte das stimmen, würde sie das „unglaublich wütend machen“.
ssi; Idee: rfa; Foto oben: David MonniauxCC BY-SA 3.0

Quelle: Der Postillion

Der Postillon: Erschöpfte Islamisten bitten darum, Propheten nicht so oft hintereinander zu schmähen

Kairo, Kabul (dpo) – Sichtlich erschöpfte Islamisten weltweit forderten heute den Westen auf, größeren Abstand zwischen zwei Schmähungen ihres Propheten zu lassen und Beleidigungen des Islams allgemein besser auf das Jahr zu verteilen. Neben den gesundheitlichen Risiken ständig aufrecht erhaltener Wut würden Job und Familie darunter leiden, wenn arbeitende Väter ständig auf die Straße gehen müssten.

Qasim Abduh, ein Sprecher der Union leicht reizbarer Fanatiker (UlrF), forderte heute den Westen auf: „Liebe Ungläubige, bitte veröffentlicht nicht so viele Mohammed-Schmähungen auf einmal. Wir sind auch nur Menschen und schaffen es einfach nicht, unseren heiligen Zorn kontinuierlich und über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Übrigens: Tod euch!“
Kurz zuvor wurde bekannt, dass das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo neue Mohammed-Karikaturen veröffentlichen will – und das nur wenige Tage nachdem mehrere Botschaften in Ländern des Nahen Ostens wegen eines umstrittenen Mohammed-Videos von wütenden Mobs gestürmt wurden.

Völlig platt von den Strapazen: Fundamentalist

Gesundheitsbehörden warnen bereits vor einem gefährlichen Anstieg von Herzinfarkten und Burn-Out-Erkrankungen bei leicht reizbaren radikalislamischen Fundamentalisten. Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei den protestierenden Muslimen nur um eine kleine Minderheit handelt, laste auf ihnen großer psychischer Druck, besonders heftig zu randalieren. Viele hätten das Gefühl, wenn sie es nicht machten, würde es keiner machen.
Dabei müssen religiöse Fundamentalisten inzwischen auch privat stark zurückstecken: „Als das mit dem Video bekannt wurde, da war ich noch frisch und voller Tatendrang, schmiss Steine, verbrannte Flaggen, schrie ‚Tod den Ungläubigen'“, erklärt etwa der Salafist Mustafa el-Sayed aus Kairo. „Und jetzt diese Karikaturen in Frankreich! Die machen mich auch wütend, aber erstens geht mir langsam die Puste aus, zweitens glaube ich kaum, dass ich dafür jetzt schon wieder Urlaub bekomme und drittens bringt Fatma mich um, wenn ich wieder so spät nach Hause komme und nach Benzin rieche.“
Die UlrF fordert Karikaturisten, christliche Fundamentalisten und rechte Parteien ultimativ auf, Mohammed nur höchstens einmal monatlich, dafür aber gut über das ganze Jahr verteilt zu verhöhnen. Sollte der Westen diesen Forderungen nicht nachkommen, drohen die Islamisten mit weiteren, noch heftigeren Protesten – allerdings erst in ein paar Wochen, wenn sich alle wieder erholt haben.
ssi; Foto oben: MohamedCJCC BY-SA 3.0

Quelle: Der Postillion