Anonymous: FBI führte Durchsuchungen in 40 Wohnungen durch

Wie das FBI gestern bekannt gab, wurden in den USA 40 Wohnungen von mutmaßlichen Aktivisten von Anonymous durchsucht. Die Gruppierung hat mittlerweile auf die gestrigen Festnahmen in Großbritannien reagiert. Mit ihrem offenen Brief verwarnen sie alle Regierungen, dass man jegliche Korruption offenlegen würde und hoffen auf Einsicht.

Gestern Abend gab das FBI nach Informationen von Reuters bekannt, sie hätten im Verlauf ihrer gezielten Aktion Wohnungen von 40 mutmaßlichen US-amerikanischen Teilnehmern von DDoS-Angriffen durchsucht. Die Angriffe der Aktivisten sollten die Server von Firmen wie Mastercard, PayPal und Visa behindern und letztlich auch stilllegen. Vermutlich auf Druck der US-Regierung hatten die Unternehmen den Zahlungsverkehr der Enthüllungsplattform Wikileaks eingestellt und damit Spenden stark erschwert. Im Rahmen der „Aktion Payback“ kam es dann als Antwort zu gezielten Attacken von Anonymous. Trotz des gesunkenen Spendenaufkommens hatten die Organisatoren von Wikileaks aber niemanden zu derartigen Schritten ermuntert.

Im unmittelbaren Zusammenhang dazu stehen auch die gestrigen Verhaftungen in Großbritannien. Wie wir bereits berichteten, wurden fünf Männer im Alter von 15 bis 26 Jahren verhaftet, die ebenfalls an den Angriffen der „Aktion Payback“ beteiligt gewesen sein sollen. Die Ermittlungen der britischen Behörden dauern derzeit noch an. Auch wolle man die Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden in Europa und den USA weiter ausbauen. Die Internetaktivisten haben auf die gestrigen Verhaftungen mit einem Schreiben reagiert. Sie veröffentlichten auf AnonNews.org einen Brief, in dem sie die Verantwortlichen letztmalig verwarnen.

„In letzter Zeit wurden einige von uns die sich als Anonymous ausgeben verfolgt und eingesperrt. Vor kurzem erst 5 Menschen in England die gegen die Finanzwelt aus Protest Angriffe durchgeführt hatten. Diese Angriffe führten zu keinem finanziellen Schaden und dennoch bezeichnen Sie uns als Kriminelle und Terroristen. Wir fragen Sie, was haben Sie in den letzten Jahrzehnten getan? Wie viel Geld haben sie von der Wirtschaft und Lobbyisten erhalten um zu schweigen? Wie viele Gesetze haben Sie als Regierung gebrochen um den Wünschen der Lobbyisten und Wirtschaftsbosse gerecht zu werden?

Sie verfolgen uns, das wird ihr Untergang. Dies ist eine Warnung die Sie nicht so leichtfertig weglegen sollten. Wir haben klare Ziele, Ziele die unser Verlangen nach Gerechtigkeit, Fairness und Freiheit für jeden einzelnen hervorbringen sollen. Sie, die Regierung, verbiegen das Grundrecht der Menschen auf der ganzen Welt so wie es Ihnen gefällt. Niemand dessen Identität bekannt ist leistet Widerstand aus Angst eingesperrt zu werden. Demokratische Regierungen und Diktatoren fließen ineinander und führen den Begriff „Demokratie“ ad absurdum.

Wir bitten Sie, als Regierung in Frieden, nicht unsere Anhänger zu verfolgen. Denn das was wir tun, dass wissen Sie ganz genau, ist der Widerstand gegen ihre Ungerechtigkeit. Das wollen Sie nicht wahrhaben und führen mit Gesetzen, den Missbrauch der Staatsgewalt und politische Anweisungen an die Finanzwelt einen Krieg gegen das eigene Volk. Sie begreifen nicht, dass jene die sich dagegen auflehnen, die Menschen in ihrer Nähe sind.

So wie im realen Leben verfolgen Sie uns auch im Internet. Sie sperren Seiten, speichern Daten und Versuchen durch neue Technologien wie Chipkarten, RFID-Chips und durch Gesetze Anonymität im Internet zu vermeiden. Und dass alles nur, um uns kontrollieren zu können. Wir wollen aber nicht kontrolliert werden. WIR WOLLEN GEHÖRT WERDEN.“

Folglich würde man nun als Reaktion jede Lücke und jede kleinste Information benutzen, um Korruption aufzudecken und zu bekämpfen. Mit der Verbreitung der Missstände in den Medien hofft man, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Die Verfasser des Appells erhoffen sich, dass sie nun eine Botschaft zurück bekommen, die das Verhältnis zum eigenen Volk wieder in Einklang bringt. „Diesen Krieg können Sie nicht gewinnen. (…) Sie sind jetzt am Zug, verschwenden Sie diese Gelegenheit nicht.“ Die betroffenen Firmen werden die Frage nach den entstandenen Kosten durch die DDoS-Angriffe sicherlich anders beurteilen. Auch bleibt kritisch abzuwarten, ob sich irgendwer in den Regierungskreisen durch derartige Drohungen von seinem Tun abbringen lassen wird.

TEXT-QUELLEN: WWW.REUTERS.COM WWW.SPIEGEL.DE

POSTPRIVACY UND GRUPPENDRUCK: EIN EXPERIMENT

Enno, 9 minutes ago | Source: die ennomane – Enno Park

Die “Bild” öffentlich gut finden ist in gewissen Kreisen nicht besonders gerne gesehen. Als ich einen frauenfeindlichen und sexistischen und last not least dummen Bild-Kommentar nochmal auf Bild.de nachlesen wollte, konnte ich diesen selbst zwar nicht finden, habe dafür aber eine andere Entdeckung gemacht: Ein Facebook-Kasten zeigt mir, wer in meinem Freundeskreis alles mal bei Bild “gefällt mir” geklickt hat – diese Zeitung also “mag” oder neudeutsch liked.

Schnell entwickelte sich auf Facebook und Twitter eine kleine Diskussion: Entfolgen und entfreunden oder nicht? Ich habe niemanden meiner drei Bild-mögenden “Friends” entfreundet – es würde bedeuten, eine Person anhand eines einzigen und vermutlich irrelevant Kriteriums abzulehnen – schließlich kenne ich nicht die Bewegründe, die jemand hat, Bild zu “liken”. Ein Journalist, Blogger und Socialmediat könnte zum Beispiel einfach nur die Facebook-Aktivitäten des Boulevard-Blattes verfolgen wollen.

Michael Seeman, der meinte, langsam verstünde ich die Filtersouveränität,  und scheint mehr oder weniger ernsthaft der Meinung zu sein, ein relevantes Filterkriterium gefunden zu haben, anhand dessen er den Kreis seiner Informationsquellen sortieren könne. Sieht man in Social Media tatsächlich vor allem die Funktion der Individuen als Nachrichtentransporteure, mag diese technokratische wie asoziale Sicht angemessen sein. Soll das “Social Web” aber nicht nur technisch sondern auch menschlich sozial sein, haben wir hier ein sehr gutes Beispiel dafür, anhand welcher Kriterien man nicht filtern sollte, weil man gar nicht in der Lage ist, die Filterkriterien korrekt zu interpretieren.

Außerdem: Filtern wir individuell anhand von Meinungen, gefährden wir auf subtile Art die Meinungsfreiheit überall dort, wo unpopuläre Minderheitsmeinungen vertreten werden. Wir blenden Menschen aus unserer Do-It-Yourself-Realtität aus. Genauso wie ich Homophobe, religiöse Fundamentalisten und Nazis filtern kann, können diese mich filtern. Alle schmoren in ihrem eigenen Realitätssaft. Wenn etwas in der Postprivacy-Gesellschaft nicht mehr stattfindet, dann ist es echter Dialog über Grenzen hinweg.

Halb belustigend, halb erschreckend dann der Wettbewerb, der auf Twitter stattfand: Etliche Follower überboten sich darin, wer am wenigstens Bild-likende Friends auf Facebook hat. Einige haben wohl auch die eine oder andere Person aufgrund ihres öffentlichen Statements entfreundet. Das ganze ist glücklicherweise nicht eskaliert, bietet aber einen Vorgeschmack auf die Hexenjagden, die uns Postprivacy bescheren wird, und dem Gruppendruck, dem wir uns zu unterwerfen haben, wenn wir nicht auch einfach weggefiltert werden wollen. Jeder seinem nächsten ein kleiner Big Brother.

Ich halte die Friede-Freude-Eierkuchen-Utopie, die im Zuge von Postprivacy postuliert wird, gelinde gesagt für naiv. Die Menschen werden sich so schnell nicht ändern, bloß weil es sinnvoll sein könnte, künftig zu ignorieren, was ihnen aneinander nicht passt. Ja, die Digialisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Das heißt aber nicht, dass wir nicht auch kulturelle Regeln und Gesetze finden könnten – also auch bestimmte Querys als Verbrechen zu definieren und zu verbieten, sobald diese dem abgefragten Individuum Gewalt antun. Die ewige Existenz von Mord und Diebstahl ist kein Grund, die entsprechenden Gesetztesverbote abzuschaffen – genauso ist das Aufkommen von Postprivacy kein Argument, auf Datenschutz zu verzichten, sondern im Gegenteil Anlass, überhaupt angemessene Datenschutzgesetze zu schaffen und durchzusetzen.

Es wird eine politische Frage sein, hier zwischen den Wünschen derjenigen, die Daten abfragen wollen und derjenigen, die davon betroffen sind, auszugleichen. Eine Frage der Datengerechtigkeit. Ich möchte gerne der Postprivacy eine New Privacy gegenüberstellen.

Quelle: die ennomane

Stell dir vor du lebst in einem Land – No.2

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem jeder Schritt in der Öffentlichkeit aufgezeichnet und bewertet wird.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in der jede Überwachungskamara dich durch Biometrie erkennen kann.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem Du verhaftest wird, weil du dich “auffällig” verhältst.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem unbemannte Drohnen dich verfolgen und stetig überwachen.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem der Staat jedes Telefonat, jeden Brief, jeden Chat, jedes Gespräch mitliest und analysiert.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem du für Verbrechen verhaftet wirst, von denen nur vermutet wird, dass du sie begehen könntest.

Stell dir vor du lebst in einem Land, dass an all dem forscht.

Stell dir vor, du lebst in Deutschland!

Das ist nicht deine Vorstellung?
Das ist nicht dein Land?
Dann bring dich ein!

Quelle: politik.benjamin-stoecker.de

Stell dir vor du lebst in einem Land – No.1

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem jeder Bürger unbedingt vom Staat erfasst werden muss.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem alle Bürger in einer zentralen Datenbank erfasst werden.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem jeder Bürger eine eindeutige lebenslange Nummer erhält.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem alle Bürger nach ihrem Glauben gefragt werden, um mehr Daten über Islamisten zu haben.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem Du ausgefragt wirst, nur damit andere eine Beschäftigung haben. . Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem viele Behörden ihre Daten über dich an eine zentrale Stelle schicken – und zwar alle und unanomysiert.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem der Staat alle Vermieter erfasst und zwingt seine Mieter zu nennen.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem es wichtig ist, ob du oder deine Eltern in den letzten 50 Jahren eingereist seid.

Stell dir vor du lebst in einem Land, in dem der Staat extremistischen Parteien die Gelegenheit gibt, ihre Mitglieder in deine Wohnung zu schleusen um dich auszuspionieren.

Stell dir vor, du lebst in Deutschland!

Das ist nicht deine Vorstellung?
Das ist nicht dein Land?
Dann bring dich ein!

Quelle: politik.benjamin-stoecker.de

Flächendeckendes Antreten der Piratenpartei Baden-Württemberg sehr wahrscheinlich

geschrieben von Andre Martens am 27. Januar 2011

Heute, Punkt 18 Uhr, war es soweit. Zu diesem Zeitpunkt endete die Abgabefrist der Wahlvorschläge für die Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg.

Dank des Engagements zahlreicher Piraten, die unermüdlich Unterstützerunterschriften gesammelt haben, ist das Unmögliche möglich geworden: Die Piratenpartei Baden-Württemberg hat in allen 70 Wahlkreisen Wahlvorschläge mit jeweils deutlich über 150 bestätigten Unterschriften abgegeben.

Am 1. Februar werden die jeweiligen Kreiswahlleiter über die Teilnahme an der Wahl entscheiden. Wenn keine unvorhergesehenen Probleme auftreten, wird die Piratenpartei Baden-Württemberg somit in allen 70 Wahlkreisen antreten – eine wichtige Voraussetzung für die Überwindung der Fünfprozenthürde.

Die Umfrageinstitute werden uns damit wohl auf ihre Liste setzen müssen. Ignorieren war gestern.

Quelle: Piratenpartei BW

Staatsfeind Wikileaks

von markus um 10:29 am Dienstag, 25. Januar 2011

“Staatsfeind Wikileaks” ist das Erste von einer ganzen Reihe angekündigter Büchern rund um Wikileaks, das man bereits lesen kann. Die beiden Spiegel-Redakteure Marcel Rosenbach und Holger Stark erzählen auf 320 Seiten die Geschichte der Plattform, portraitieren Julian Assange ausführlich und ordnen die Ereignisse und Konsequenzen auch ein bißchen ein. Das ist weitgehend spannend geschrieben und auch, wenn man bereits viel über Wikileaks weiß, kann man aus dem Buch noch etwas lernen. “Staatsfeind Wikileaks – Wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächstigsten Nationen der Welt herausfordert” ist bei der Deutsche Verlagsanstalt erschienen und kostet als Taschenbuch 14,99 Euro. Ich fands gut und hab es fast an einem Stück runtergelesen.

Quelle: netzpolitik.org

Bin schon gespannt, nach der Empfehlung. Werds mir wohl heute noch kaufen müssen… 😉

ePetition von Kleinfeld, Pierre, Ende Mitzeichnungsfrist 08.03.2011

HIER mitzeichnen!

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen … dass das Bundesgleichstellungsgesetz(BGleiG) hinsichtlich des aktiven und passiven Wahlrechts geändert wird.

Begründung

Die Kernaufgaben der Gleichstellungsbeauftragten im öffentlichen Dienst ist aus meiner Sicht richtig! Speziell der Öffentliche Dienst muss in Anglegenheiten der Gleichstellung zwischen Mann und Frau als Vorbild für die freie Wirtschaft dienen.
Dennoch ist aus meiner Sicht das Bundesgleichstellungsgesetz nicht mehr zeitgemäß. Das aktuelle Gesetz diskriminiert männliche Beschäftigte einer Behörde, da diese sich nicht zur Wahl der Gleichstellungsbeauftragten (Gleib) aufstellen, geschweige denn, wählen dürfen.
Die Gleichstellungsbeauftragen haben dafür zu sorgen, dass niemand (egal ob Frau oder Mann) aufgrund seines/ihres Geschlechtes, seiner/ihrer Behinderung, sexuellen Orientierung oder Alters benachteiligt wird.
Genau dies tut jedoch das BGleiG, indem dieses die männlichen Bewerber und Beschäftigten ausgrenzt. Aus meiner Sicht verstößt dieses Gesetz:
->1.) gegen den Artikel 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, das sagt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Nach dem BGleiG sind jeoch Männer gegenüber Frauen nicht gleich, nicht gleichberechtigt und werden aufgrund ihres Geschlechtes benachteiligt!
-> und 2.) gegen das AGG.
Ich möchte mit meiner Petiton nicht die wichtige Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten nach dem BGleiG kritisieren und auch nicht in Frage stellen. Jedoch muss der Staat hier die Benachteiligung des Mannes, wie im Artikel 3 Absatz 2 Satz 2 GG beschrieben, beseitigen.
Aus diesem Grund fordere ich die Änderung des aktiven und passiven Wahlrechtes nach dem BGleiG

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Quelle: Bundestag.de